Redebeitrag im Rahmen der Kundgebung am Heinrichplatz zum Welt Kobane Tag 2017

Frauenbefreiung, Freie Bildung, Selbstverwaltung, Religionsfreiheit, direkte kommunale Demokratie, dies sind nur einzelne Errungenschaften der Revolution in Rojava. Undenkbar sind diese Errungenschaften ohne den Kampf um Kobane, in welchem erstmals der Selbsternannte Islamische Staat in die Knie gezwungen werden konnte. Undenkbar ist es ebenso den Welt Kobane Tag zu zelebrieren ohne denen zu Gedenken die im Kampf für ein Leben in Freiheit und Würde ihr leben ließen und erbitterten Widerstand gegen den IS leisteten.

Die Gefallenen sollten in unseren Kämpfen weiterleben. Die Schlacht um Kobane hat den Kriegsverlauf entscheidend verändert, zudem und das ist aus unserer Sicht der wichtigste Aspekt, hat der Kampf verdeutlicht, dass selbst unter den menschenverachtendsten Bedingungen, etwas Lebenswertes entstehen kann. Auch wenn Rojava bei weitem kein Paradies ist und es immer noch Widersprüche gibt, ist es der existierende Beweis dafür, dass ein selbstorganisiertes Leben fernab von Staat und Kapital möglich ist und Revolution nie ein abgeschlossener Prozess sein kann.

Trotz der Errungenschaften der Revolution in Rojava können wir nicht die Entwicklungen in Nordkurdistan aus den Augen verlieren. Hierbei sollten wir immer wieder thematisieren und Skandalisieren, dass es deutsche Waffenfirmen sind die Milliarden mit dem Krieg gegen die kurdische Zivilbevölkerung verdienen. Es die deutsche Justiz ist die auf Geheiß des Despoten vom Bosporus hierzulande türkische und kurdische Oppositionelle verfolgt, inhaftiert, Fahnen von kurdischen Organisationen und Institutionen verbietet und somit praktische Schützenhilfe für
das AKP / MHP Regime leistet.

Zudem sollte eine Radikale Linke die es ernst damit meint sich als Teil eines weltweiten Kampfes zu verstehen eben auch jene benennen und zur Verantwortung ziehen die hier in Berlin als Protagonisten tätig sind. Jene die den praktizierten Vernichtungswahn des AKP / MHP Regimes nicht nur befürworten sonder ihn auch unterstützen, finanziell wie strukturell. Strukturen hierfür finden sich neben Kreuzberg auch in Berlin Neukölln und Wedding, oft versteckt hinter einem gut bürgerlichen Anstrich in Vereinen, Cafes und Kulturzentren. Diese Protagonisten der Türkischen Ultra Nationalisten stehen ihren deutsche Gesinnungspartnern in nichts nach.* Faschisten bleiben Faschisten egal welcher vermeintlichen Nationalität sie angehören, und ob sie sich nun AFD, Kameradschaft oder Bozkurt nennen. Was sie eint ist Herrenmenschendenken, Sozialchauvismus, Sexismus , Konservatismus, sowie der Hass auf gesellschaftlichen Minderheiten.

Diesen Faschisten gilt es den Kampf anzusagen! In allen ihren Ausprägungen und Erscheinungsformen.
In diesem Sinne: Schulter an Schulter gegen Faschismus!
Freiheit für Abdulah Öcalan und alle politischen Gefangen!
Weg mit den Paragraphen 129a und b!

Lang lebe die Revolution in Rojava!


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