Auswertung der Gedenkveranstaltung zum Todestag von Andrea Wolf

Am 21.10.2017 fand in der K9 eine Info- & Diskussionsveranstaltung anlässlich des 19. Todestages von Andrea Wolf statt. Um möglichst viele Menschen zu erreichen und im besten Fall, eine Debatte innerhalb der radikalen Linken zum Thema Gedenkpolitik anzustoßen, veröffentlichen wir unser Material zur Veranstaltung sowie eine Zusammenfassung der anschließenden Diskussion.

Gründe diese Veranstaltung zu organisieren gab und gibt es genug. Sei es das Gedenken an Andrea Wolf und all die anderen Menschen, die in emanzipatorischen Kämpfen gestorben sind, oder mögliche Antworten auf die Frage: „Warum sich Menschen dem bewaffneten Kampf angeschlossen haben, an diesem teilnehmen oder teilnehmen werden?“, zu finden.

Eine weitere Intention ist, einen Teil der Gedenkkultur an Gefallene innerhalb der radikalen Linken in Deutschland solidarisch zu kritisieren und gleichzeitig zu überlegen, wie wir Gedenken neu ausrichten können. Dies ist unserer Meinung nach notwendig, da so manche Veranstaltung sich weder tiefgründig mit den jeweiligen Kämpfen und / oder den politischen Ansichten, bzw. unterschiedlichen Hintergründen von Personen auseinandersetzt bzw. gleich zum großen Märtyrer-Kult übergeht. So fungieren diese Veranstaltungen als reines Ritual und / oder Identitätspolitik.
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Redebeitrag im Rahmen der Kundgebung am Heinrichplatz zum Welt Kobane Tag 2017

Frauenbefreiung, Freie Bildung, Selbstverwaltung, Religionsfreiheit, direkte kommunale Demokratie, dies sind nur einzelne Errungenschaften der Revolution in Rojava. Undenkbar sind diese Errungenschaften ohne den Kampf um Kobane, in welchem erstmals der Selbsternannte Islamische Staat in die Knie gezwungen werden konnte. Undenkbar ist es ebenso den Welt Kobane Tag zu zelebrieren ohne denen zu Gedenken die im Kampf für ein Leben in Freiheit und Würde ihr leben ließen und erbitterten Widerstand gegen den IS leisteten.

Die Gefallenen sollten in unseren Kämpfen weiterleben. Die Schlacht um Kobane hat den Kriegsverlauf entscheidend verändert, zudem und das ist aus unserer Sicht der wichtigste Aspekt, hat der Kampf verdeutlicht, dass selbst unter den menschenverachtendsten Bedingungen, etwas Lebenswertes entstehen kann. Auch wenn Rojava bei weitem kein Paradies ist und es immer noch Widersprüche gibt, ist es der existierende Beweis dafür, dass ein selbstorganisiertes Leben fernab von Staat und Kapital möglich ist und Revolution nie ein abgeschlossener Prozess sein kann.
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Info – Veranstaltung zum 19. Todestag von Andrea Wolf

Andrea Wolf wurde im Jahr 1965 geboren und engagierte sich unter anderem in der autonomen Frauenbewegung, gegen die Startbahnwest, bei den Protesten gegen den Weltwirtschaftsgipfel 1985 in Bonn sowie 1992 in München.Nach zunehmender Repression beschließt Andrea, in die Illegalität zu gehen. Später geht sie von dort aus im Januar 1997 nach Kurdistan.

Sie kämpft aktiv in einer Fraueneinheit unter dem Kampfnamen Ronahi. Am 22. Oktober 1998 gerät ihre Guerillaeinheit in der Region Wan in einen Hinterhalt. Andrea und einige ihrer Genoss*innen werden vom türkischen Militär gefangen genommen und gefoltert. Andrea Wolf stirbt am 23.Oktober 1998 an den Folgen der Folter.
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Anti-Knast-Tage 2017 Berlin

Wir freuen uns sehr, dass es dieses Jahr wieder die Anti-Knast-Tage in Berlin gibt und möchten hiermit den Aufruf unterstützen und teilen!

„Wir müssen mal über Knast reden!“

Bis 2015 wurden im deutschsprachigem Raum regelmäßig die Antiknasttage von Gruppen veranstaltet, die Knäste abschaffen wollen. Es war der Versuch dem Thema der Knäste, der Einsperrung und der sozialen Kontrolle einen Raum zu geben. Dies wurde von vielen Menschen und Gruppen als politisches Aufgabe vernachlässigt, versäumt bzw. ignoriert und wird es immer noch. Wir wollen die Tage dazu nutzen, um mit Menschen, die davon betroffen sind, zusammen zu kommen und das Thema Knast, in all seinen Facetten, wieder auf die Tagesordnung zu setzen.

Daher sollen sie dieses Jahr in Berlin wieder stattfinden, denn dieses Theam ist unerlässlich, wenn wir Herrschaft und Unterdrückung in Frage stellen, bzw abschaffen wollen.

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Filmvorführung – Sacco & Vanzetti

Wir Gedenken den beiden Anarchisten Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti, die, nach einem fragwürdigen Prozess zum Tode verurteilt und am 23.08.1927 in den USA hingerichtet wurden!

Der Vorwurf gegen die beiden aus Italien eingewanderten und der anarchistischen Bewegung angehörenden Arbeitern, lautete Beteiligung an einem doppelten Raubmord.

Das Verfahren, die Verleumdungen der Presse und nicht zuletzt das Urteil, erregten weltweite Aufmerksamkeit und waren der Beginn zahlreicher, auch internationaler Proteste.
Der Prozess zeigte unverhohlen und deutlich die rassistischen und sozialchauvinistischen Einstellungen der Justiz, der Politik und Teile der Gesellschaft, besonders gegenüber Migranten und Dissidenten in der damaligen Zeit.

Ein großer Teil der anarchistischen Bewegung entschied sich zu dieser Zeit für die gezielte Enteignung von Banken, Firmen oder vermögenden Einzelpersonen sowie Aktionen im Namen der Propaganda der Tat. Der Justizapparat reagierte mit Folter, Erpressung und Mord bspw. an Andrea Salsedo, Setzer einer anarchistischen Zeitung, der 1920 aus dem 14. Stockwerk eines New Yorker Polizeigebäudes geworfen wurde.

Die aktuellen Ereignisse in den USA und Europa sollten uns daran erinnern, dass ein konsequentes Vorgehen gegen Rassismus und Faschismus, also ein Kampf für die Gleichberechtigung aller Menschen, nicht verhandelbar ist.

Filmvorführung “Sacco & Vanzetti” am 23.08.2017 ab 20 Uhr in der “Meuterei” / Reichenberger Str. 58 / 10999 Berlin



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